Selbstkost’npreis

Der Rudi und der Gerhard treff’n sich in der Stodt
der Gerhard hot deham do kana Briefmark’n mehr g’hot
und kimmt grod aus der Hauptpost raus mit an Briefkuvert
„Eh, Rudi, alda Haggn, wu kimmst denn du doher?“

„Ich ho mei Fraa zen Dokter gfohr’n und du, wos machst’n du?“
„Ho grod nuch a poor Mark’n g’hult – um sechsa sperrn sa zu …
recht scheena hot er mer heit gem, der Moo do in der Post
und die zegor zen aldn Preis, die hom net mehra kost’“

„Die Post, die hot an Haufn Geld“, socht do der Rudi drauf
„bluß – ve die Mark’n ko’s net saa, do git die Rechnung auf
a Sechsefuchzichzentmarkn kost sechsefuchzich Zent
des is grod der Selbstkost’npreis, do springt nix raus amend“

„Horch her, des is ganz annersch,“ lässt sich der Gerhard hör’n
„für sechsefuchzich Zent derfst zwanzich Gramm an Brief beschwer’n
bluß – meistens sen sa leichter, bis zeha Gramm bestimmt
etz kost der selber ausrechna, wos do die Post verdient!“

Windicha Zeid’n

Do wor mol a jungs Ehepoor, des wollt a Haisla kaaf’n
ze Pontius und Pilatus sichst sa überoll hi’laaf’n
und endlich die Gelegenheit, do stit a Inserat
a Haisla, schee und ruhich geleg’n, im Preis ganz moderat

Die zwaa, die rufen also on ben Immobilienmensch
und machen an Termin gleich aus fürs Treffen auf der Räntsch
des Wochenend kümmt ro, die zwa steig’n in ihr Auto nei
na Durchschloch ve ihr’n Bausporvertrog aa nuch gleich debei

Do stit er scho, der Immobilienmakler wart’ bereits
und stellt sich mit an Händedruck gleich vor do beiderseits
dann schaua sa des Haisla oo, ven Keeler bis zen Doch
zen Schluss, do maant der Makler: „Dass ich’s ihnen halt nuch soch

Noochteile hot des Haisla scho – im Norden liecht do essen
die Landkreisabfalldeponie, im Osten ist indessen
die Kläranlach’ auf Biobasis, fachlich anerkannt
und südlich gibt’s a Stinktierzucht, die aanziche im Land

Im Westen säing s’ an Schlot nuch raach’n – des is die Fischfabrik
wie g’sogt – ’s is bluß, daß ich’s mol sooch …“ – des Pärla schaut geknickt
„doch einen Vorteil hat des Haus … “ die Fraa socht „Ach, wie nett“
„No ja, Sie wissen immer bestens, wu der Wind her weht!“

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