Basilika Marienweiher mit Kloster

Klosterspitzen – Die Marienweiher-Saga (15. August 2009) – Detektiv „Frankensima“ (NullNullSima) klärt auf

Jawoll, des soll’n sa sich alle amol auf die Platt’n schreib’n, die da meinen, sie könnten uns Franken … oder? Muss me sich amol vorstellen: Do machst du früh die Zeitung auf und erfährst, dass du ein oberfränkisches Kloster für einen Euro kauf’n kannst! Einen Euro! Dir fällt des Kaffeehäffela aus der Händ, dir blebt des Kerwesküchla im Hols stecken, du kriegst des Zittern! Aber net vor Angst.

Kloster Marienweiher! Der Stolz unseres Frankenwaldes. Ein Bollwerk. Eine Bastion. Und das wollten diese Münchener Pseudo … um Himmelswillen … Freunde, ich muss sagen „Ähnlichkeiten mit lebenden oder scheintoten Personen sind rein zufällig“, denn ich kann mich doch net mit der Ministerialmonarchie im Freistaat anlegen … ich, ein einfacher Bürger.

Jetzt schon gleich, wo man in München gerüchteweise den ultimativen Sparfaktor gefunden hat, wo sich angeblich bis zu zehn Ministerialbedienstete ein Hirn teilen?

Aber einer hat sich mit denen angelegt, was heißt angelegt – er hat ja keine Namen genannt: Er hat nur g’sagt, dass denen da unten eins ins Hirn g’schissen haben muss und wenn er den erwischt, der dafür verantwortlich war, eine neihaua möcht. Also im Grund wirklich nix besonderes.

Und dafür soll er vor Gericht und dann wieder net und dann wieder scho und dann wieder net … und so wurde eine oberfränkische Legende geboren:

Ihr lieben Leut, die Spione, die Privaten
die Ihr gekommen seid von nah und fern
vernehmet heute hier die Moritaten
die künden von manch bürokra-dikalen Stern

Da gibt es welche, die uns den Weg erleuchten
doch auch welche, die im Hintergrund man niemals sicht
und diese kümmert „im Dienst denken“ oft an feuchten
Besoldungsgruppe nur ist Gesetz und sture Pflicht

Fast täglich wird zur Pflege aller Bürger Nerven
a neue Paragrafensau durch’s Dorf getrieb’n
die Volkskritik darf nur noch Wattebäuschchen werfen
man fragt: Nimmt München sich da ein Beispiel an Berlin?

Denn es gab mal eine Zeit im Freistaat Bayern
da trug das Herz man noch am rechten Fleck
ein jeder Mensch konnt seine Meinung freien
heut gibt’s Mimosen, die stör’n sich an jedem Gag

Wer solche Erbsenzähler hat in seinen Reihen
braucht sich nicht wundern, wenn das Volk darüber lacht
wenn einer ang’raunzt wird und beginnt gleich „Mama“ zu schreien
dann ist zu vermuten, dass der sich auch sonst gleich in die Hosen macht 

Denn da gab’s einen Professor in Oberfranken
dem kam zu Ohren, dass Marienweihers Klosterbau
verscherbelt werden sollt für einen Euro
die Immobilien Freistaat Bayern GmbH war so schlau

Zufällig hat sich dieser wackere Gelehrte
fürs Wohl des Klosters jahrelang schon engagiert
so sagt er volksmundlich, als er die Nachricht hörte
wenn ich den krieg’, der des wor, der kriegt von mir aana g’schmiert

Auf freundlich Oberfränkisch äußert er noch friedlich
den Idioten muss eins ins Hirn geschissen hab’n
diese Vermutung ist gesamt im Freistaat üblich
für Leut’, die scheinbar noch Platz im Oberstübchen hab’n

Dass die Vermutung zutraf, ist nicht auszuschließen
sonst hätt’ man auf die Reaktion noch heut gewart’
doch dass diese erfolgt ist, ist gleichsam zu begrüßen
nun klärt sich amtlich, wie viel Hirn der Büttel hat

Denn in München kriegten sie das Muffensausen
vor soviel unverfälscht volksmundgeformtem Will’n
die Staatsanwaltschaft sollte quasi die Katz lausen
für Sesselfurzer, die weiterhin Versteckeles spiel’n

Franz Josef selig hätt’ persönlich zu Lebzeiten
die Bürohalbgötter sich einzeln rausgepickt
und jeden dann auf dessen eig’ne Kosten
zum Bußwallfahren nach Marienweiher g’schickt

Verehrter Freistaat denn, das geht dir zu Schanden
wenn dein Verwaltungstross sich aufspielt wie ein Pfau
a freie Meinungsäußerung gleich durch den Henker ahnden
galt schon im Mittelalter als „unter aller Sau“

In Volkes Namen mit Strafverfolgung prassen
dürfte von Haus aus sich schon gleich verwehr’n
denn wenn wie hier Behörden Muskeln spielen lassen
wird augenscheinlich, dass die nicht zum Volk gehör’n

Möglicherweise geht’s heut so um die Frage
wie lange wird der Bürger denn überhaupt
sich frei noch äußern können wie bis zum heut’gen Tage
bevor’s Behördenmacht nicht mehr erlaubt

Also, wie war des? Finanzminister Fahrenschon verfügte noch vor der Petition
dass der Verkauf der Klosterbauten gestoppt wird – so ließ er verlauten
als der Bürgermeister in den Landtag fegte und an die dreitausendvierhundert Unterschriften vorlegte
des Kloster bleibt, der Freistaat zahlt – am Pressebild hab’n alle g’strahlt

Doch war’n zuvor sehr harte Wochen auf Weihers Kloster eingebrochen
sogar auf Ebay stand es drauf, auf Postkarte schon zum Verkauf
denn drunt in München wusste aaner scheinbar nichts von die Franziskaner
so wollt die Immobilien Freistaat Bayern das Kloster kurzerhand verscheuern

Da hab’n sie aber falsch gedocht, denn Oberfranken hat gekocht
von wegen Randgebiet und Zwerg: Der Altlandrat und zu Guttenberg
die Roten mit MdL Aures versprachen: München, jetzt gibt’s Saures
die Hohlmei’rin kam nicht zum Tanz, denn die wohnt ja bei Kloster Banz

und dort sorgt ja die Seidl-Stiftung für’n Durchzug der Finanzen-Lüftung
doch hier im vordern Frankenwald weht’s um die Klosterspitzen kalt
drum liefen heiß die Freien Wähler mit Country-Road Klaus Peter Söllner
Professor Protzner bracht’ im Grund in Mundart es schlicht auf den Punkt

Kurzum, halb Oberfranken brannte, weil so ein Onkel oder Tante
im Kultusministerium halb Ohr gleich petzte beim Finanzressort
und dort postwendend halber Backe hieß es: Verkauf mer die Baracke
wenn aus der schon die Patres flüchten, dann kann der Freistaat drauf verzichten

Das mit der Flucht war goar net wohr, doch wie gesagt – ein halbes Ohr
fast hätt das Kloster man verhökert, doch hätt die halbe Welt gemeckert
wie sich das Land der Christsozialen entledigt seiner Provenzalen
und gleicherzeit ruft hochbeglückt: Aus Bayern stammt Papst Benedikt

An jeden bibelfesten Jünger, den hätt’s gejuckt in seine Finger
die Bildzeitung hätt’ sich zerrissen: Den’n ham sie doch ins Hirn geschissen
man hätt’ aus Predigten und Psaltern zitiert zu bay’rischen Verwaltern
hätt’ einig g’sagt zum Punkt Idioten: Seit wann ist Wahrheit sag’n verboten?

So aber hat sich’s eingerenkt, nur dem Professor ham s’ nix g’schenkt
der Amtsschimmel hat sich verbissen selbst auf die Sache eingeschissen
und meint, dass er mit seine Äpfl jetzt zupflockt diesen Frankenstäpfl
man wiegelt ab auch den Vergleich: Mag sein, der Nachschub drückt noch reich

Es klappern die Franken vor Münchener Macht
so haben die sich das in München gedacht
aber wer letztlich klappert, das können wir seh’n
weil die Volksparteien zum Umbruch ansteh’n

Zwar wurd das mit der „Sache vom Tisch“ schön zitiert
doch der ganze Verhalt medienreflektiert
und so fiel es auf selbst dem hintersten Linken
dass in Verwaltungsküchen alte Eier noch stinken

Im Freistaat klappt’s mit Burgen, Schlössern und Seen
warum will man den Klöstern dies nicht auch zugesteh’n
schließlich sind es die Fundamente uns’rer Zivilisation 
nur Idioten schleichen sich da als Erben davon

So wär denn der Vorschlag nicht ganz ernst gemeint
dass mit Investitionen man derart sich eint
die Klöster kommen fest in den Finanzplan mit rein
dafür spart man die Oberschlauen beim Freistaat sich ein

www.klosterspitzen.goletzmusik.de

-psg-

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